Freies WLAN in der Altstadt – Erfolg im Schönreden

FOTO: Foto: “Free Wi-Fi Zone” von Erin Pettigrew, CC BY 2.0

FOTO: Foto: “Free Wi-Fi Zone” von Erin Pettigrew, CC BY 2.0

Zu den angeblichen Erfolgsmeldungen [1] [2] über ein wachsendes „freies“ WLAN in Teilen der Altstadt ein paar Erläuterungen der INpiraten:

Es ist kein Erfolg, wenn man die einstellige Anzahl von Teilnehmern an diesem Netz betrachtet.
Es ist kein Erfolg, wenn man ein zugangsgesichertes WLAN als „frei“ bezeichnet.
Es ist kein Erfolg, wenn man mit so einer Zeit- und Ressourcenverschwendung auch noch andere Städte animiert, den gleichen Irrweg zu gehen.

Die Entstehung solcher Krücken wie dem IN-City Free Wi-Fi, dessen Registrierungszwang und die extrem schlechte Abdeckung haben zwei Ursachen: einerseits die Störerhaftung und andererseits den politischen Unwillen der Stadt Ingolstadt.

Die Störerhaftung nimmt Menschen in die rechtliche Verantwortung, wenn jemand einfach nur anderen Menschen den Zugriff zum Internet bereitstellen möchte.
Florian Golchert, Vorstand der Piratenpartei Ingolstadt dazu:
»Niemand käme auf die Idee, die Post für den Inhalt eines Briefes zu verklagen. Keiner käme auf die Idee, die Telekom wegen des Inhalts eines Telefonats in Haftung zu nehmen. Genau so absurd ist die Idee, einen Betreiber eines W-LAN für die Inhalte haftbar zu machen, die darüber gesendet werden. Auch für Anbieter öffentlicher WLAN-Hotspots muss das Providerprivileg gelten«

Die Stadt Ingolstadt hätte es als aufstrebende Großstadt durchaus im Kreuz eine saubere WLAN-Infrastruktur rechtlich so abzusichern, dass es passt. Sie muss es halt nur wollen.
Aber in Wirklichkeit kümmern sich keine gut bezahlten Justitiare der Stadt um Verbesserungen für die Bürger und Touristen, sondern Piraten und Freifunk-Aktivisten klagen mit Privatmitteln in München und Berlin um unsere digitale Zukunft.

Die Stadt Ingolstadt kann sich in den nächsten paar Jahren entscheiden, ob sie wie in der Verkehrspolitik auch in der digitalen Welt an 2 Nadelöhr-Brücken rumoperieren will, oder ob sie – wie hier beschrieben – wirklich zukunftsfähig sein möchte.  


Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Verbindlich einzugebende Felder werden mit diesem Zeichen kenntlich gemacht: *

Weitere Informationen